Innenarchitektur, Verschiedenes

Unterschiedliche Pole, die verschmelzen

Der Dachboden war immer schon der spannendste, emotionalste Raum hier im Wetscher – da haben wir als Kinder gespielt, Anfang der 70iger zwischen den wahnsinnig modernen Möbeln aus Skandinavien und den alten Sparren und Pfetten, denen man die Herkunft und Last ansieht. Der weite Blick von diesem am Talboden höchsten Gebäude war einzigartig, ungewohnt wie diese Möbel, weit weg vom damals allgemein Geschätzten.  Um den Freisinn und die Unabhängigkeit der Nordländer neben ihren Möbeln weiter zu dramatisieren, war eine finnische Sauna aufgebaut – mit Sanduhr, Steinofen und nackten Schaufensterpuppen. Für uns Kinder ein Paradies, ein kleines Tor, ein Fenster zur großen, weiten und noch verbotenen Welt.

Dieser Dachboden war damit immer schon ein Ort der unterschiedlichen Pole, an dem Individualität und Verbundenheit, die Lust an der Welt und das Bedürfnis uns vor ihr zurückzuziehen, miteinander verschmolzen. Genau hier wurden auch die für unsere eigene Entwicklung zentralen und wichtigsten Ausstellungen inszeniert – die Ikonen der internationalen Möbelwelt kamen vor dem spürbaren Hintergrund unserer regionalen Wurzeln besonders emotional zur Geltung.

Das Wetscher Penthouse spiegelt die Lust an der Welt, aber auch das Bedürfnis uns vor ihr zurückzuziehen.

Das aktuell erweiterte Penthouse atmet diesen Geist auf ganz besonders zeitgemäße Art und Weise. Es bietet höchste kosmopolitische Individualität und erdet diese gleichzeitig mit sinnlich wahrnehmbarer Herkunft – das durch die Vernetzung befeuerte Weltoffene trifft auf die Verbundenheit mit der Heimat, die über die Jahre stetig steigt. Diese Spannung, die uns als Kinder hier immer überkommen hat, die ist geblieben.

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