Trends

Die Einrichtungstrends 2016

Haptik, Handwerk, Hütchenleuchten. Der Jahreswechsel ist auch immer Anlass zur Trendschau. Üben wir uns also als Trendorakel.

Wohnen spiegelt nicht nur das eigene, sondern auch ein kollektives Gefühl wieder, etwas, das uns alle im Moment bewegt und beschäftigt. An die Gemütlichkeit erinnern wir uns nur mehr vage, vieles ist aus den Fugen geraten, die Welt, wie wir sie kennen Geschichte. Der Innenraum, unsere IMM-cologne-2016_1unmittelbare Umgebung, wird zum guten alten Freund. Ein Bekannter, auf den man vertraut und baut. Formal bedeutet das eine Rückkehr des Retrodesigns. Dieser Stil erinnert uns an die Mitte des letzten Jahrhunderts, an Midcentury  – ein filigraner, materialsparender Stil der Nachkriegszeit.

Nicht verwunderlich, dass jetzt, wo Regionalität und die Sehnsucht nach Übersichtlichkeit in aller Munde ist, sich dies auch im Einrichtungsbereich immer stärker bemerkbar macht. „Goldenes Handwerk“ wirkt vor dem Hintergrund dieser Gefühlslagen noch stärker als die Anziehung der großen Marken. Die größte Kraft bekommt das Produkt durch seine regionale Herkunft. Herkunft und Handwerk lassen jene Individualität zu, die heute der wirklich einzige große Megatrend ist. Schön, dass wir im Alpenraum die besten Handwerker der Welt haben.

Was kommt?

  • Licht, Licht, Licht in alten und neuen Formen. Japanische Papierlampen, Hütchenleuchten, Lichtbänder. Ein Spiel mit Lux und Candela & Kelvin. Gut gesetztes Licht & Schatten gibt dem Raum jenen Zauber, der den Bewohner bei sich und zu Hause ankommen lässt. Wir suchen nach verschiedenen Lichtstimmungen für unterschiedliche Anlässen.
  • Klare, saubere Raumstrukturen, Schattenfugen und Lichtkanten geben Halt und Ordnung, lassen Schweres schweben und geben dem Blick Halt.
  • Wunsch nach einer klaren, sauberen, glänzenden Atmosphäre, geschaffen durch eine Architektur, die technisch auf der Höhe der Zeit ist und alles hergibt, was möglich ist. Dadurch entsteht eine sehr ästhetische Schönheit, nach der wir unbewusst ständig suchen. Die Architektur suggeriert, was wir alles beherrschen, und das gibt uns Sicherheit. Das suchen wir und letztlich zeigt der eigene Wohnraum, was uns fehlt, was uns ergänzt und ausmacht, und wo wir im besten Falle hinwollen. Heute ist alles so kompliziert, dass diese klare, technisch perfekte Schönheit als eine Verheißung einer tollen Welt verstanden wird.
  • Sofas zum Versinken, Lümmeln, geschwungen und mit Funktionen. Das Sofa wird zum „Ipad-Bett“ – Ipad-Lümmeln auf dem Sofa. Das Sofa mit seinen Beimöbeln wird zur Wohnung in der Wohnung.
  • Kleinteilig, Einzelmöbel. Vorbei die Zeiten der komplett in einem Stil verbauten Zimmer. Zum Glück. Jetzt stehen überall diese kleinen Tische und Beimöbel. Unterschiedlichste Sitzgelegenheit, Sitzhöhen, Rastplätze. Die Möbel haben wieder Füße, mehr Füßchen. Wir tarnen die Dinge mit augenscheinlicher Schlichtheit, die jedoch durch kostbare, edle Materialien und Oberflächen den eigentlichen Luxus unserer Zeit widerspiegeln.
  • Buntes Glas, runde Spiegel, Besonderes aus aller Welt und dem ganzen Leben. Solche Accessoires schaffen Identität, Vertraulichkeit und geben von den verschlungenen Wegen der Bewohner vieles preis. Wichtig dabei ist der gestalterische Witz, ein Augenzwinkern, das den Betrachter schmunzeln lässt, den Ernst vertreibt. Das sind auch die kurzlebigen Dinge, die uns im Augenblick belassen und dem Ernst und der Ewigkeit einen optischen Tritt verpassen.
  • Das Dunkelbraun aus lackierter Nuss oder Wenge wird eingerahmt in goldglänzendem Messing und kontrastiert durch Taubenblau. Und dazu das neue Grün in so vielen unterschiedlichen Varianten. Meeresgrün, Grasgrün … Grün in so vielen Varianten, dass es eigentlich schon eigene Farben sind. Besonders wenn es ins gelbliche Grasgrün geht, scheint farblich die Sonne zu lachen, kommt positive Stimmung in den Raum. Aber auch Pastelltöne, die den strengen Möbelentwürfen der mid century classic etwas femininen Ausgleich geben und schon fast keck wirken.
  • Wir treffen wieder auf Ornamente und Muster. Künstlich von Maschinen erzeugt, graphisch an die Popkultur erinnernd, kokettierend mit dem Material – aber auch authentische, handwerkliche aus der Verarbeitung sich ergebende wie Strickmuster.

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Und was bleibt?

IMM-cologne-2016_9Wenn es heißt, der größte Trend ist Wohnen als Ausdruck der eigenen Persönlichkeit, so sollte man diese tatsächlich so stark wie möglich im eigenen Wohnraum abbilden. Weil die eigenen vier Wände, das Dach überm Kopf, nicht nur vor Wind und Schnee, sondern vor den kollektiven Ängsten schützen soll. Daheim ist man am besten bei sich selbst, in sich selbst.

Genau deshalb nützt es vorderhand auch nichts, beim Einrichten gleich handfest funktional zu starten, sondern es ist wichtig, sich zuerst über die eigenen Ansprüche klar zu werden. Diese werden in der Wetscher Wohnstilberatung sichtbar – www.wohnstilberatung.com

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