Autor: Martin Wetscher

Trend 2019: Küche + Wohnzimmer = neues (T)Raumpaar!

Bei den aktuellen Wohnraum-Planungen wird ab sofort eine verblüffende Offenheit gelebt, die perfekt funktioniert. Was früher hinter Trennwänden verschwand, ist heute echte Symbiose. So haben wir das bei Wetscher in Fügen auch bereits im neuen Poliform-Küchenstudio gezeigt – als Teil der großen Wohnzimmer-Schau. Das neue (T)Raumpaar für das Jahr 2019 steht schon fest: die Küche verschmilzt mit dem Wohnzimmer. Was früher strikt getrennt war, findet jetzt zusammen. Wie in einer echten Liebe wächst hier zusammen, was zusammengehört. Abschied vom „düsteren Gang“ Das war nicht immer so, wie der Schweizer Architekt Peter Zumthor in seinem Buch „Architektur Denken“ eindrucksvoll beschreibt. Im Haus seiner Tante sei er erst durch einen langen, düsteren Gang gelaufen und habe so die Küche, den einzigen hellen Raum, betreten. „Alles in dieser Küche war so, wie herkömmliche Küchen eben sind. Es gab nichts Besonderes an ihr. Aber vielleicht ist sie, gerade weil sie auf diese fast natürliche Weise einfach Küche war, in meiner Erinnerung so sehr als Inbild einer Küche präsent.“ Seele des Wohnens Was Zumthor damit wunderschön offenlegt, ist nicht die …

Möbelmesse Paris- Selbstbewusste Eleganz und die Sehnsucht nach der heilen Welt

Für viele Möbelliebhaber ist es ein zentraler Trendradar im Jahr – die Maison & Objet in Paris zeigte Gegensätze: Struktur und selbstverliebte Dekoration. Nützliches und „Undinge“ selbstbewusst gepaart.  Luxuriös und funktional, radikal dem eigenen Ich zugewandt, die Außenwelt abgrenzend – so entstehen höchst persönliche Illusionen einer heilen Welt. Alles dreht sich um den Bewohner, seine Bequemlichkeit und seine Vorstellung von der Welt, die sich in Farben, Formen, Oberflächen spiegelt. Letzter Tag, schon nach 18 Uhr, Messeende. Regen und eine bis auf den letzten Zentimeter gefüllte Bahn Richtung „Île de France“. Es raucht der Kopf  von den vielen Eindrücken der mehr als 100.000 Quadratmeter großen Messe. Mein Blick wird monoton und fällt auf eine mir gegenübersitzende ältere Frau. Ihr Blick,  ihre ganze Aufmerksamkeit sind gefangen in einem Smartphone, das sie dicht vor ihrem Gesicht hält und von dessen Hülle „Katzenohren“ aufstehen. Die  physiologischen Züge, das runde Gesicht der Frau, zeugen ganz eindeutig von asiatischer Herkunft und würde sie statt ihrer Handyhülle diese spitzen Plastikohren tragen – zumindest eine Nebenrolle im Musical „Cats“ wäre ohne weitere Maske …

Möbel sind das Letzte!

„An interior is the natural projection of the soul“. Einrichtung ist das Spiegelbild der Seele, eine Projektion seiner selbst. Coco Chanel hat es auf den Punkt gebracht: Sich einzurichten bedeutet sein Innerstes preiszugeben.   Kümmern Sie sich beim Einrichten daher in erster Linie um sich selbst, um Ihre Vorstellungen und tiefen Wünsche. Fangen Sie bei sich an und lösen Sie sich vorerst von Wohnung, Funktion und Grundriss. Denn „Möbel sind das Letzte!“ Dazu aber später. Sammeln Sie Bilder von Ecken, die Ihnen gefallen, Lieblingsplätzen in Hotels, Restaurants von Reisen und Freunden. Räume, Ecken, Rastplätze, Aussichtsorte, Menschen und Mode, bildliche Emotionen – einfach Kombinationen, die Sie ansprechen. Picken Sie Ihre Lieblingsmomente und -ansichten aus dem Kontext, schonungslos und sammeln Sie. Sammeln Sie Bilder und Inserate aus Zeitschriften (plump herausreißen) und Büchern (besser abfotografieren) und natürlich dem Internet (ohne Rücksicht auf Kosten seitengroß ausdrucken). Legen Sie sich ein kleines persönliches Archiv an, eine Mappe, ganz physisch zum An- und Begreifen. Und sollten Sie im Zweifel sein, ob ein Motiv den Weg in Ihre Sammlung findet: seien Sie …

Unterschiedliche Pole, die verschmelzen

Der Dachboden war immer schon der spannendste, emotionalste Raum hier im Wetscher – da haben wir als Kinder gespielt, Anfang der 70iger zwischen den wahnsinnig modernen Möbeln aus Skandinavien und den alten Sparren und Pfetten, denen man die Herkunft und Last ansieht. Der weite Blick von diesem am Talboden höchsten Gebäude war einzigartig, ungewohnt wie diese Möbel, weit weg vom damals allgemein Geschätzten.  Um den Freisinn und die Unabhängigkeit der Nordländer neben ihren Möbeln weiter zu dramatisieren, war eine finnische Sauna aufgebaut – mit Sanduhr, Steinofen und nackten Schaufensterpuppen. Für uns Kinder ein Paradies, ein kleines Tor, ein Fenster zur großen, weiten und noch verbotenen Welt. Dieser Dachboden war damit immer schon ein Ort der unterschiedlichen Pole, an dem Individualität und Verbundenheit, die Lust an der Welt und das Bedürfnis uns vor ihr zurückzuziehen, miteinander verschmolzen. Genau hier wurden auch die für unsere eigene Entwicklung zentralen und wichtigsten Ausstellungen inszeniert – die Ikonen der internationalen Möbelwelt kamen vor dem spürbaren Hintergrund unserer regionalen Wurzeln besonders emotional zur Geltung. Das Wetscher Penthouse spiegelt die Lust an …