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Vom Reisen zu sich selbst – Eine Handwerkstrilogie (Teil 2)

Ein von Hand gemachtes Produkt steht heute hoch im Kurs. Hoch im Wert, in Ansehen und Qualität. Was ist der Handwerker aber für eine Persönlichkeit und wie wird er selbst durch sein Handwerk verändert? Was macht der Stolz aufs eigene Können und die konsequente, immer gleiche Abfolge von seit Generationen ähnlichen Arbeitsschritten für immer wieder völlig unterschiedliche Einzelmöbel langfristig mit einem selbst?

Wetscher Meisterklasse für Tischlerei und Holztechnik

Neue Eindrücke, neue Impulse

Wien, Messe für „Wohnen & Interieur“. Die Lehrlinge der Wetscher Meisterklasse scharen sich in ihren weiß gestärkten Hemden um die besonderen Exponate der Halle 10. Jene Möbel und Marken, die sie ans heimatliche Einrichtungshaus erinnern. Hier schaut aber erst einmal alles anders aus. In anderen Farben, Zusammenstellungen und Materialien. Ungewohnt. Mehr noch als zu Hause wird erkennbar, dass ein Ganzes – eine präsentierte Wohnidee – viel mehr ist, als ein einziges – noch so schönes – Möbelstück. Die leise Ahnung wird hier zur Gewissheit, hier in den Wiener Messehallen, wo der Aussteller auf wenigen Quadratmetern Standfläche die Besucher im Zeitraum eines Seitenblicks zu fesseln sucht. Für jeden „Nachwüchsler“ eine nie gesehene Dichte.

Handgefertigte Tischlerunikate – nicht nur Vampire leben ewig

Das Tischlerhandwerk ist eine spannende Berufung. Hier wird der Bogen gespannt zwischen dem Streben nach System, Präzision und Logik einerseits, und fast künstlerischen Fragen um Formen, Farben und Materialien andererseits. Wer Menschen kennt, weiß, dass dies grundverschiedene Kompetenzen sind. Es bleibt eine Kunst, genau diesen Ausgleich zu finden, das Suchen und Streben nach der Mitte. Im Ergebnis tritt jener Facettenreichtum zutage, der diese Möbel zu echten Unikaten werden lässt. Handwerkliche Fähigkeiten und Fertigkeiten erlernt man durch Anleitung und eigenes Tun. Die Phantasie, das Spiel der Formen, Farben, das rechte Maß der Proportion erlernt man am angenehmsten auf Reisen. Deshalb, und weil sich der persönliche Blick auch schulen lässt, sind wir hier mit unseren Lehrlingen in Wien.

Messe Wiener Interieur 2018

Es geht um die Sensibilität für das Besondere, die Entfachung einer Leidenschaft. Aber geht es darum nicht immer? Später am Abend, im randvollen Musical-Theater Ronacher, singen sich die Schauspieler ihr Herz aus der Seele. Das Märchen der Vampire, laut, licht- und formgewaltig. Es raucht und blinkt und häusergroße Bühnenbilder gleiten federleicht von scheinbar unsichtbarer Hand getragen aus den dunklen Tiefen. Ein Spiel von inszenierten Emotionen. Leidenschaft auf großer Bühne.

Wien, Kaiserliches Hofmobliendepot – weltweit größtes Museum für Wohnkultur

Nächster Tag, 10 Uhr, Hofmobiliendepot – Habsburgisches Einrichtungshaus samt eigenen Möbel-Werkstätten. Zwischen Sissi, Jugendstil und der Wiener Moderne. Und den Habsburgern natürlich. Die schönsten und besten Möbel aus großen Zeiten und erlesener Provenienz. Für wirklich alle neu – Kaiser Franz Josef war gelernter Tischler. Nicht aus romantischer Neigung oder kurzfristiger Laune. Wie jeder seiner Vorfahren hat auch er ein Handwerk gelernt. Ob der imperiale Ausbildungsplan die Formung eines Charakters im Tun und Schaffen, im kleinen Stolz auf ein fertiges Möbel erkannt hat? Die wirtschaftliche Unabhängigkeit wird wahrscheinlich keine Rolle gespielt haben.

Über Sinn, Stolz & Werthaltung

Der gute Handwerker entwickelt zwischen praktischem Handeln und ständigem Denken seinen eigenen Rhythmus. Zwischen Mensch und Werkstück entsteht eine eigene, von außen nur mehr schwer durchdringbare Zeitkapsel, die oft als echte „Hingabe“ erstrahlt. Die Unmittelbarkeit zwischen Hand und Holz, zwischen Tun und Denken reinigt den Geist und schärft den Verstand. Genau hier, wo die Grenze zum Kunsthandwerk schon überschritten ist, hier beginnt das Handwerk den Menschen zu formen. Hier entsteht der leise Stolz des Meisters. Der Wert des Erschaffenen nährt auch den Selbstwert. Arbeitszufriedenheit statt Sinnverlust. Und weil besonders die Tischler der früheren Generationen den Möbeln und Einrichtungen jenes Aussehen mitgaben, das auf eine präzise Ausgewogenheit zwischen Nutzen, Material und Entstehungsaufwand besonderen Wert legte, war die Zunft gefeit von falscher Eitelkeit oder kurzlebigen Konstruktionen. Der alte Hut der Nachhaltigkeit als Bauplan und Haltung.

Firmengründer und Handwerker Franz Wetscher & Wetscher Tischler Team um 1930

So kann man sich den Handwerker als zufriedenen Menschen vorstellen. Aus dem Beruf wird eine Lebenshaltung. Ein Mensch mit Ecken und Kanten, mit Eigensinn und Hausverstand.

Werde Teil unseres Teams!

Mehr als 200 Tischler haben wir hier bei Wetscher in unserer mehr als 100-jährigen Geschichte bereits ausgebildet. Unsere Familie ist es jetzt in der fünften Generation. Die neu geschaffene, eigene „Meisterklasse für Tischlerhandwerk und Innenarchitektur“ gibt der Ausbildung Rahmen und Richtung. Die Verleihung des Prädikats „Ausgezeichneter Tiroler Lehrbetrieb“ ist eine große Anerkennung von außen.  Die Ausbildung berührt und liefert in diesen Reisen bereits einen Einblick in den breiten Fächer späterer, innerbetrieblicher Karrieremöglichkeiten wie Arbeitsvorbereiter, Projektleiter, CAD Planer, Einrichtungsberater oder Innenarchitekt.

Eine Reise zum Handwerk ist vor allem eine Reise zu sich selbst. Wir hier bei Wetscher freuen uns immer über Menschen, die ihre Liebe zum Handwerk leben wollen, die aufbrechen, einsteigen und mitfahren. Gerne informiere ich Sie genauer darüber bzw. freue mich über Ihre Bewerbung: martin@wetscher.com

 

Mailand 2018 – Möbel ohne Vergangenheit oder die Reise in die eigene Geschichte

Mailand im Frühling. Messezeit für Architekten und Inneneinrichter. Hier wird gerade die größte, sicher aber die stilprägendste Einrichtungsmesse der Welt zelebriert. Mit mehr als 2000 Ausstellern und wahrscheinlich ebenso vielen Events abseits des Messegeländes. Verteilt in der ganzen Stadt, in der Zona Tortona, rund um die Via Durini und im Design District Brera.

 

Messe 2018, Vitra Plastic Chair von Charles & Ray Eames, (Entwurf 1950)

Lebensbühne – voller Kontraste & Leidenschaft

Italien wird schlecht geschrieben, geht es mir durch den Kopf – wirtschaftliche Verhältnisse, Politik, Organisation. Das Land lebt allerdings auch von Kontrasten und ganz Mailand ist zur Messezeit ein solcher. Ausstellungen und Events abseits des Messegeländes sorgen für Denkanstöße, Unterhaltung und jede Menge Lebensfreude. Nirgends – so scheint es – ist das Leben gerade jetzt üppiger und nirgends wird mehr aus dem Vollen geschöpft.

Messe 2018, Fledermaus Sessel, Knoll International (Entwurf 1938)

Ein Leben voller Kontraste und Leidenschaft – das auf möglichst großer Bühne zelebriert wird. Die Branche boomt, die großen „Brands“ der italienischen Einrichtungsindustrie sind weltweit gefragter denn je. Keine Stilrichtung dominiert. Ganz im Gegenteil: Präsentiert wird in Mailand ein vielfältiges Sammelsurium an Stilrichtungen. Jeder noch so fremde Stil, jeder Trend findet irgendwo in diesen endlosen Hallen seine Realität.

Der infantile Glaube an eine ganz andere Welt

Dreißig Jahre bei der Mailänder Möbelmesse haben – abseits der oberflächlichen Trends – meinen Blick für echte Möbelklassiker geschärft. Inmitten all der neuen Moden sind sie auch dieses Jahr wieder auf dem Messegelände zu finden: Die alten-neuen Klassiker, mit jenen starken Entwürfen, die ihre Zeitlosigkeit bereits bewiesen haben. Sofas und Sessel von Knoll International, von Vitra sowie Designerstücke von Cassina oder die Kollektion Spalt von Wittmann sind zeitlose Designhighlights.

Messe 2018 – Constanze ¾ von Johannes Spalt (Entwurf 1960)

Noch nie wurden diese Klassiker in höherer Qualität produziert als heute – aber eines bleibt seit Jahrzehnten unverändert: Ihre charakteristische Form. Möbel, die ohne „Vergangenheit“ entworfen wurden, ohne Rückblick oder Research, ohne einen Funken Achtung für eine Vergangenheit, wie sie uns im augenblicklichen Retro-Zeitgeist ganz fremd ist. Ende, Aus und Neubeginn scheint die Designdevise gewesen zu sein, zusammen mit einem fast infantilen Glauben an eine ganz andere Welt. Und der Däne Verner Panton war einer der mutigsten und erfolgreichsten Vertreter jener Denkrichtung.

Bewährtes wird nicht bewahrt

Fern ab von altbekannten Designs schuf auch Panton zeitlose Möbel mit Witz – ohne auf Vergangenes zurückzugreifen. Die Weiterentwicklung von Bewährtem kam ihm nicht in den Sinn. Panton war es, der als einer der ersten die Kunstrichtung Pop-Art in die Welt des Möbeldesigns einfließen ließ. Ein Wagnis, das uns im augenblicklichen Retro-Zeitgeist relativ fremd geworden ist. Sein Mut wurde belohnt und machte ihn zu einem der einflussreichsten und erfolgreichsten Möbeldesigner und Innenarchitekten des 20. Jahrhunderts. Ich stelle fest, dass seine Designs nur bei genauerer Betrachtung ihren leisen Hauch von skandinavischer Funktionalität und Zurückhaltung offenbaren. Panton entsagte den Retroeinflüssen und widerstand romantischen Versuchungen. Daraus entstand eine völlig neue, aufregende Formensprache.

Im Trend: Minimum an Form, maximale Materialität

Diese resultiert heute in einem Minimum an Form, bei maximaler Materialität. Kostbarer, abwechslungsreicher sowie haptischer sind die verwendeten Materialien. Ebenso prägnant wie Marmor, Kupfer und Messing ist die flächendeckende Liebe zum Detail. Vielleicht – so scheint es mir – das ein oder andere Mal mit einem ironischen Augenzwinkern versehen. Panton strebte einst mit seinen innovativen Designs keine Evolution im Design an. Er wünschte sich eine Revolution und den Einsatz von Fantasie. Heute wird aus diesem Erbe mühelos eine klare, saubere und unaufdringliche Wohnraumstimmung kreiert, die durch alte-neue Klassiker geprägt ist. Möbel mit hohem praktikablen Wert, aber auch höchster Ästhetik und Eleganz. Mit den pastellfarbenen Akzenten und minimalen Kontrasten – ohne aufdringlichen Luxus – hält so eine hohe Wohnqualität in die unterschiedlichen Wohn- und Lebenssituationen Einzug.

Zanotta Sessel NOLI 2018, De Padova Sessel DONZELLETTA 2017

 

Panton in Fügen – Poet, Revolutionär, Fantast

Wetscher Kundenbar 1969 nach Verner Phanton

Zu Recht faszinieren Pantons Designs bis jetzt und das Interesse an seinen Kreationen ist ungebrochen: So wurde auch die legendäre Wetscher-Bar einst von Pantons Möbelstücken, Farben und Formen inspiriert bzw. in Anlehnung an diese errichtet. So fühle ich mich inmitten der Mailänder Möbelhektik unmittelbar zurückversetzt in meine Jugend, die eng mit der legendären Bar im Untergeschoss unseres Einrichtungshauses verknüpft ist.

Mailand 2018 macht deutlich: Der Blick zurück ist zeitgemäß – und besser hätten wir den Zeitpunkt unserer aktuellen Sonderschau in Fügen nicht wählen können. Denn von der Qualität des ungewöhnlichen und vielseitigen Stils der Design-Legende können sich Interessierte derzeit anhand einer Ausstellung über Verner Panton – im Design Museum im Wetscher Braukeller – überzeugen.

Verner Panton Ausstellung im Design Museum Wetscher Braukeller, April 2018

NS: Das Design Museum im Wetscher Braukeller ist Mo-Fr von 9-18 Uhr und jeden Samstag von 9-17 Uhr geöffnet.

Sehnsuchtsort Chalet – oder die Sucht nach alpinem Luxus und Geborgenheit

Unverkennbar in Zeitnähe zum traditionellen Hahnenkammwochenende mit seinen Rennklassikern wurde bei uns in Fügen das neue Wetscher-Chalet präsentiert. Gilt Kitzbühel doch zu Recht als Heimat des trendbewussten, neuen Chalet-Stils, der die Sehnsucht nach alpiner Romantik mit postmoderner Geradlinigkeit in der Planung verbindet.

Rückblick zu den Rennklassikern auf der Streif und am Ganslernhang in Kitzbühel 2018: Was im Fernsehen wie ein Skirennen aussieht,  ist aus der Sicht des Zielgeländes die Geschwindigkeit des freien Falls. Skistars stürzen kopfüber den eisigen Steilhang herab. Die Sonne strahlt vom Himmel, der Schnee in der Landschaft noch mehr. Die gebirgige Landschaft, tiefgrüne Nadelbäume und das sonnenverbrannte Holz der alten Bauernhäuser streicheln den Blick.

Tirol, die Alpen. Der Sehnsuchtsort. So viele kommen von überall her, jetzt im Winter, zu den großen Rennen in Kitzbühel. Im Gebäck hatten sie schon immer ihre Vorstellung vom schönen Wohnen, von Luxus und Geborgenheit. Und genau das mischt sich nun mit der kargen Tiroler Stube. Nennt sich Chalet und zeigt den Älplern, was es heißt, ihre Welt materiell zu dramatisieren und was Luxus ist.

Weltoffenheit trifft tradierten Lebensstil

Geprägt wurde der neue alpine Wohnstil nicht umsonst in der Region rund um die Gamsstadt – dort wo die Weltoffenheit weitgereister Charaktere in konzentrierter Form auf traditionelles Handwerk und tradierte Lebens- und Wohnformen trifft. So spiegelt sich der traditionsbewusste und modern-mondäne Charme Kitzbühels heute in der gesamten Umgebung wider – besonders aber in den zahlreichen Chalets, die in den vergangenen Jahren in und rund um die Gamsstadt entstanden sind.

Die Entwürfe zeigen sich aktuell sachlich und zurückhaltend, die Formensprache ist im Hier und Jetzt.  Die Materialien sind kostbar, zeigen Herkunft und bieten der Gemütlichkeit Bühne. Der gesamte Stil ist in seiner Summe weit mehr als das Einzelne. Und lässt sich nicht auf ein meist schon bekanntes Möbel reduzieren. Die Funktionen dienen einzig der Bequemlichkeit. Der Umgang mit den unbewusst wahrgenommenen großen Umrissen des Raumes kommt aus der Moderne. Erst der kompromisslose Umgang mit Materialien, deren Authentizität oder die Art der Oberflächen sind der große Link ins Alpine. Alles andere ist langweiliger Kitsch.

 

 

Hier hat das sonnenverbrannte Altholz an der Wand wohl vorher über Jahrhunderte die Last des schweren Schnees getragen. Hier im kargen alpinen Umfeld hat sich eine überragende Handwerkskunst entwickelt. Der Umgang mit Holz ist nur in den Alpen gleichermaßen kunstvoll und technisch perfekt und trifft nun auf einen weltoffenen, von der Moderne radikal geformten Gestaltungswillen.

Wetscher Chalet: Moderne Optik, alpiner Charakter

Im neuen Chalet werden diese so verschiedenen Entwicklungseinflüsse spürbar: Die Poesie präziser Technik vereint sich mit modernem Spitzendesign, internationalen Einrichtungsmarken und alpiner Romantik. Der Grundriss ist von moderner Optik bestimmt, der alpine Charakter ist im Entwurf auf den ersten Blick oft nicht mehr zu erahnen. Die Geradlinigkeit der Planung suggeriert moderne „Kühle“. Erst die verwendeten Materialien von Altholz, Leder, über Samt und deren haptische Qualitäten sowie aufregenden Oberflächen streichen den einzigartigen Wohnstil hervor. Artfremde Elemente der Postmoderne werden mit Rustikalem gemixt – die Interpretation einer neuen Wohnsehnsucht wird auf der Höhe der Zeit zelebriert.

Perfekter Zeitpunkt für die Präsentation einer neuen Wohnsehnsucht

Und noch ein Rückblick auf Kitzbühel: Das große Zelt wird dunkel, die Scheinwerfer werden zu Spots fokussiert und folgen dem Weg der Sieger. Die drei Ersten betreten begleitet von jungen hübschen Damen die Bühne, rauschender Applaus. Auf der übergroßen Leinwand wird die Siegerfahrt eingespielt und es gibt keine Blickrichtung im Raum, in der man nicht auf einen der großen Monitore sieht. 1000 Menschen applaudieren live, die mediale Welt sieht zu und überträgt die Sehnsucht nach den Bergen auf die Masse der Zuschauer. Nach Schnee und der wilden, beherrschenden Landschaft. Nach der Geborgenheit unserer Stuben und der Gemütlichkeit geliebter Menschen darinnen. Hier und jetzt ist der perfekte Zeitpunkt für die Eröffnung unseres neuen Wetscher Chalets.

Neues Jahr, neues Wohngefühl: Was Sie im kommenden Jahr jetzt endlich anpacken sollten!

Ins Jahr 2018 möchte ich Ihnen 8 konkrete Anregungen für Ihre Lebensräume mitgeben: Gedankenexperimente zwischen Entrümpeln, Blackouts, kunstvollen Traumwelten und notwendigen Grenzen zum Alltag. Kleine Anstöße mit möglicherweise großer Wirkung.

1. Neues Bett und raus mit all dem Kram aus dem Schlafzimmer!

Ihr Leben ist zu kurz für schlechten Schlaf. Jetzt endlich gibt es auch die Himmelbetten für den gesunden Schlaf – aber auch für‘s Kuscheln und Träumen. Ein Traum, der kein Traum bleiben muss. Denn die neue Haute Couture des Schlafens ist zwar Luxus – aber ein leistbarer für Körper, Geist und Seele. Eine himmlische Symphonie von natürlichen Materialen, höchstem Liegekomfort, dem schwerelosen Gefühl des Schwebens und einem Kuschelfaktor mit Suchtpotential. In Summe kein Thema für Millionäre, sondern eines für Sie. Nützen Sie den Elan zum Jahreswechsel – entrümpeln Sie Ihren individuellsten Rückzugsort – gönnen Sie sich und Ihren Lieben eine neue Dimension des Wohlfühlens – tauchen Sie ein in die Traumwelt von Wittmann und Treca Interiors Paris. Denn für 2018 gilt ganz besonders: Wie man sich bettet, so liegt man!

 

2. Mehr Licht – unsere Lebensbühne wird hell ausgeleuchtet!

Schummrig war gestern. In Konsequenz heißt das: weg mit den aus der Zeit gefallenen Leuchten. Nichts wird so schnell vom Zeitgeist überholt wie Luster & Leuchten – technisch, vor allem aber optisch. Jetzt sind Tropfen & Kugeln aus Glas angesagt. Sie spielen und spiegeln uns Licht auf Wände und besondere Oberflächen. Insgesamt darf es heller werden und weniger kosten. LED spart Geld und kann in unterschiedlichen Designs Ihre formschöne Bremse für den Stromzähler sein!

3. Entrümpeln – raus mit allem optischen Unglück aus längst vergangen Zeiten!

Trennen Sie sich übermütig gerade von jenen Dingen, die Ihnen sowieso nie gefallen haben. Omas Zinnteller, das Urlaubsmitbringsel, das mittlerweile schon im Ursprungsland entsorgt wurde – all diese Ansammlungen, die jedes Jahr ein wenig mehr werden und weiße Wände und leere Regalflächen wie ein wilder Wuchs vollfressen. Raus damit. Und für die verstaubte Fachbuchreihe aus dem letzten Jahrhundert gilt das ebenso. Bedingungslos. Schaffen Sie Platz.

Und ziehen Sie stattdessen jene dekorativen Dinge, die Ihnen wirklich wichtig sind, vor den Vorhang. Ein neuer Platz, ein neues Licht, ein neuer Kontext. So entsteht auch mit den gewohnten Dingen ein viel frischerer Eindruck. Wichtig: lassen Sie sich gerade dabei professionell begleiten. Nichts ist schwerer, als die zu Stahlseilen gewordenen Gewohnheiten aus einer Neujahrslaune heraus zu  ändern. Planen Sie einen Termin mit dem Innenarchitekten Ihres Vertrauens. Überlegen Sie sich Änderungswünsche und seien Sie gespannt wie sich mit der neuen/alten Umgebung die „innere Musik“ ändert!

4. Neue Bilder, große Fotos – so gewinnen Sie Perspektive!

Suchen Sie Kunst nur nach Ihrem ganz persönlichen Geschmack aus. Gerade bei modernen Exponaten bitte nur jene, die Sie wirklich ansprechen. Besuchen Sie Galerien und Ausstellungen und lassen Sie sich von Bildern, Fotografien oder Skulpturen „finden“, die Sie dann später in Ihre vier Wände holen. Als kostbare Wertanlage, als einfacher Druck oder als Schnäppchen, die Laune machen. Kunstwerke geben Ihren Räumen jene Individualität, Sinnlichkeit und Emotionalität, die ihnen von den vielen (unverzichtbaren) technischen Notwendigkeiten genommen werden. Die Fläche Ihrer an Wänden hängenden Fotos, Bildern und Kunst sollte 10mal mehr sein als die Fläche Ihres Flat-TVs. So entsteht raumbestimmende Atmosphäre!

 

5. Licht & Lärm Grenzen zeigen – machen Sie den Tag zur Nacht!

Temporäre Auszeit aus dem hektischen Tagesbetrieb gefällig? Kennen Sie die neuen „Blackouts“? Jene Vorhänge, die Ihr Schlafzimmer vom Tag zur Nacht verwandeln können. Idealerweise hinter leichten, zarten, duftenden neuen Vorhängen. In ihrer farblichen Tonalität auf den Rhythmus des Raumes abgestimmt. Bodenlang. Der Blackout verbirgt sich dahinter, hat neuerdings aber auch Farben und Strukturen zur Wahl. Und falls Sie nicht Zeit, Lust oder das nötige Kleingeld haben alle Fenster auf ein heutiges technisches Niveau zu bringen – schon die Schlafzimmerfenster gegen jene mit der besten Schallschutztechnik zu tauschen erfüllt seinen Zweck. Stille ist jetzt der neue Klang in Ihren Ohren!

6. Und immer lockt der Süden!

Auch im Tiroler Winter reizt der Gegensatz, lockt die Vorahnung auf den Sommer, die Sehnsucht nach dem Süden. Gerade in dunklen Winterabenden kann man sich mit dem Sommerfeeling für den Tiroler Garten detailreich auseinandersetzen. Mit dem Komfort, den wir aus den langen Wintermonaten von drinnen kennen und den wir nach draußen transferieren wollen.

Ein Lounge-Bereich im Freien, mit weichen Polstergarnituren, mit bequemen Sesseln an langen Tischen – um jene Handvoll Sommertage auch stundenlang in der Natur auskosten zu können. Alles wasser-,  wetterfest und praktisch für draußen, samt Kleinküche und Grillplatz – in einem schönen Wohnstil mit den tollen Möbeln von Gloster und Dedon usw. Damit wird jene Verbindung geschaffen, die Garten und Stube zu verheiraten weiß, zu einem Outdoor-Platz mit Indoor-Komfort. Die neuesten Kollektionen werden am 24. März im Hause Wetscher vorgestellt. Egal, ob noch Schnee liegt oder uns die Sonne schon wärmend in die neue Jahreszeit holt.

7. Der Tisch – Mitte des Wohnens, Zentrum des Seins!

Kochen, essen – bei sich und bei seinen Lieben sein. Schaffen Sie sich jenen Platz, der gemütlich und funktional, der einfach und besonders, einen Platz, der Ihrer ist. Ein größtmöglicher Tisch mit mutig großer Leuchte darüber, freundlichem, wertgebenden Teppich darunter und wohnlichen Sesseln. Egal ob rund oder in eine unendliche Länge gezogen. Der Tisch ist der Altarbereich des kombinierten Koch-, Ess- und Wohn-Raumes.  In praktischer Nähe zu Küche und Herd. Ein Platz, der ganz groß und in den stillen Momenten für sich und als Paar auch ganz klein und besonders sein kann. Mit neuen, tollen Geräten und einer Funktionalität, die Ihnen viele unnötige Wege und Handgriffe abnehmen, die Zeit geben fürs Bei-sich-sein. Eine handyfreie Zone mit altem Holz und neuem Licht. In der Mitte des Zuhauses, im Zentrum Ihres Seins.

 

8. Ein kleiner Schritt für Sie – ein großer Schritt für Ihr Lebensgefühl!

Der Weg entsteht im Gehen. Die Achtsamkeit für Ihre Wohnumgebung koppelt sich direkt mit der Wahrnehmung Ihres Lebens. Schenken Sie Ihren vier Wänden Aufmerksamkeit, dann wird Ihr Zuhause Energie zurückgeben – ein wertvoller Kokon im Alltagstrubel. Und Sie werden sehen: Auch durch ein bisschen neue Aufteilung, durch Entrümpeln und sinnvolle Investition verändert sich die Wahrnehmung – schaffen Sie neue Perspektiven und fühlen sich gerüstet für ein neues Jahr. Wir können die Welt nicht anhalten, aber die Zeit bremsen. Der allgegenwärtigen Beschleunigung eine private Entschleunigung entgegensetzen. Damit Sie sich wirklich zuhause fühlen, wenn Sie nach Hause kommen!

Fünf Fragen zum Thema: Wie wird das Schlafzimmer zum Rückzugsort der Seele?

„So richtig nett ist’s nur im Bett“ – der aus den 1970er Jahren stammende „Ohrwurm“ vom unvergesslichen österreichischen Entertainer Peter Alexander beschreibt eine in unserer gegenwärtigen Gesellschaft stark verankerte Sehnsucht, die in unserer lauten Welt nicht leiser wird. Der alte Schlager formuliert die aktuelle Suche nach der eigenen heilen Welt, nach temporärer Absenz aus dem öffentlichen Leben. Wie aber gelingt der Rückzug aus dem Alltag in das Innerste unserer Privatheit? Wie gestalten wir das Schlafzimmer als Hort der Entspannung, als Wohlfühlort unserer Seele?

Unsere zunehmend laute und sich immer schneller drehende Welt  erscheint auf den ersten Blick wie ein Biotop für Extrovertierte. Doch selbst für jene, die in der gegenwärtigen Hochgeschwindigkeitsgesellschaft gerne mithalten, wird der temporäre Rückzug zu einer Prämisse im Sinne individueller Selbstverantwortung. Der Anspannung muss naturgemäß eine Zeit der Entspannung folgen. Wer permanent leistet, muss auch loslassen können. Rasten statt rasen.

Ein Kokon feinster Gefühle

Wenn also draußen die Welt entfesselt ist, dann lockt hinter der Schwelle unserer privaten Räume die Ruhe, nach der wir uns sehnen. Von der Welt in die eigenen Wohnräume flüchten bedeutet auch die bewusste Abkehr vom Alltagslärm und Hinwendung an das eigene „Ich“ oder das „Wir“ als Paar oder als Familie. Und wer von den öffentlichen Räumen seiner Privatheit weiter vordringt, gelangt unweigerlich in die Kapelle der inneren Einkehr – in das Schlafzimmer und schließlich in das Bett als persönlichsten Ort. Ein Kokon feinster Gefühle, voller Ruhe oder höchster Empfindungen – ebendort ist man bei sich selbst angekommen. Geschützt vor der Welt, sinnbildlich als allerkleinste Matrjoschka, als letztes Glied dieser aus Holz gefertigten und bunt bemalten, ineinander schachtelbaren, eiförmigen russischePuppen.

Der Gestaltung dieses persönlichsten Platzes – seinem Schlafzimmer und seinem Bett – sollten wir tatsächlich höchste Aufmerksamkeit schenken und dem Wissen von Experten vertrauen.

1) Glücklich entspannt?

Rund die Hälfte aller Menschen ist glücklich im Bett, sagt eine aktuelle Studie. Viele andere sind geplagt von Schlafstörungen. Diese Tendenz ist steigend. 42% klagen in Mitteleuropa über gestörten Schlaf, bei 15% sind die Probleme behandlungsbedürftig. Tatsächlich trägt die Gestaltung des Schlafraums und die Beschaffenheit des Betts viel zur gesunden Erholung bei – die Schlafraum-Architektur als hohe Kunst. Suchen Sie aktiv die Beratung von Experten, denn das Zusammenspiel vieler Komponenten ist komplex: Einfühlsame Innenarchitektur, das richtige Bett, die passende Matratze, das stimmige Farbkonzept, die geeignete Beleuchtung mit dem sensibel gewählten Leselicht, das Ausschalten von Störfeldern, die Anbindung an Bad und Schrankraum – was am Ende reduziert wirkt und Ruhe vermittelt, wurde vorher vielschichtig analysiert und kompetent kombiniert.

2) Haben Sie Ihre persönliche Schlafkultur?

Anders als wir glauben ist der Schlaf für unser Gehirn kein Ruhezustand, sondern ein hochaktiver Prozess. Zeitweilig sind wir sogar wacher als im Wachzustand. Deshalb verdient der Ort der Entspannung ganze Aufmerksamkeit. Es lohnt sich eine eigene, höchstpersönliche Schlafzimmerkultur zu entfalten, ganz unter dem Motto: Ich leiste mir was! Das Schlafzimmer ist ein Ort der Hingabe, des sich Verwöhnens. Ein Ort der Klarheit, der Raum lässt für Bewegung von Seele und Geist. Atmosphärisch kann ein Schlafzimmer durchaus sinnliche Impulse wecken, sollte aber gleichzeitig Ruhe und Ausgeglichenheit ausstrahlen. Farblich greifen Sie also lieber zu hellen Farben als in die dunkle oder grelle Palette. Schaffen Sie Platz für alles, was der Seele gut tut – reinigen und schlafen ergänzen sich. So wächst das Bad, das mehr und mehr zum Wellnessraum wird, mit dem Schlafzimmer zusammen.

Und was die Einrichtung betrifft: Verbannen Sie alles, was Sie an die Außenwelt erinnert, gestalten Sie den Raum, wenn irgendwie möglich, frei von Alltagskultur und Schränken. Anders als zu Großmutters Zeiten betrachten wir das Schlafzimmer heute nicht mehr als zusätzlichen Abstellraum, in den alles rein darf, was sonst keinen Platz hat, weil es dort niemand sieht. So bleibt das Schlafzimmer wirklich nur dem Bett, guten Gedanken und Ihren Träumen vorbehalten. Entrümpeln sorgt für Entspannung. Ergänzen Sie die Klarheit lediglich durch zwei, drei sehr persönliche Dinge – das verleiht intime Atmosphäre!

3) Geben Sie Umweltfaktoren und Standortqualitäten Raum?

Beschäftigen Sie sich mit Ihrem Schlafraum und möglichen Optimierungen. Sorgen Sie für Ruhe, wenn notwendig für akustische Dämmung. Sorgen Sie für gute Luftfeuchtigkeit durch den Einsatz natürlicher Produkte. Wecken Sie mit einem Fenster ins Grüne oder einer behutsam ausgewählten Pflanze Urlaubsgefühle. Beachten Sie baubiologische Aspekte und setzen Sie auf Natur: Holz mit offenporigen  Anstrichen, Baumwolle – Materialien, die Temperatur und Feuchtigkeit ausgleichen.

Und schirmen Sie sich im wahrsten Sinne des Wortes von der Außenwelt ab. Vermeiden Sie elektromagnetische Strahlungen, verwenden Sie geschirmte Kabel und verbannen Sie Computer, Fernseher und Elektrogeräte, die über ihre technische Ausstrahlung hinaus zusätzliche Störfelder produzieren.

4) Legen Sie Wert auf Material und Textilien?

Verwöhnen Sie sich mit gefühltem Komfort, schaffen Sie sich eine sanfte Umgebung. Gönnen Sie sich Luxus in Form einer besonders ausgewählten Bettwäsche, besonderer Materialien und Textilien. Sparen Sie bei Bettdecken nicht an hochwertigen Füllungen und Daunen und gönnen Sie sich einen hochwertigen Topper, der den Liegekomfort, das Gefühl des Schwebens und den Kuschelfaktor erzeugt – das streichelt in hohem Maße die Seele!

5) Steht Ihr Bett für höchsten Liegekomfort?

Legen Sie das Augenmerk auf den Star im Schlafzimmer – denn selbstverständlich bleibt das Bett das zentrale Möbelstück im Schlafzimmer. Und natürlich verändern sich mit der Zeit auch die Schlafmoden. Was gibt es Schöneres als einen neuen Tag, wenn man die Nacht im richtigen Bett verbracht hat?

Lockt Sie die neue Haute Couture des Schlafens? Kunstvoll kombinierte Liegesysteme bestehend aus Obermatratze, Untermatratze und optionalem Topper – 23 cm hohe Matratzen mit innerer Abheftung und Tonnentaschenfederkern in höchster Handwerkskunst verarbeitet und durch die Verwendung der besten Naturmaterialien wie Baumwolle, Schurwolle, Leinen, Seide und Kaschmir veredelt.

Haben Sie darauf geachtet, ob der Liegekomfort zu Ihrem Schlaftyp passt? Ob das Bett im Schlafzimmer richtig platziert ist? Und ob Sie für das Schlafzimmer wirklich auch den richtigen Platz im Haus oder in Ihrer Wohnung ausgewählt haben? Rund ein Drittel aller Schlafstörungen wären vermeidbar – wenn das individuell passende Bett oder die beste Matratze ausgesucht worden wäre.

Lassen Sie sich also nie nur durch das Äußere verleiten. Design ist wichtig, aber das qualitativ hochwertige Innenleben sorgt erst für die wichtige Entspannung und notwendige Erholung – und damit für Ihre Gesundheit!

7 Anregungen zum Glücklich sein oder: Wie hole ich mir den Sommer zurück?

„Der Süden, der kann wirklich viel…“ sang einst der Lied-Poet André Heller. Wie wahr, denken wir – uns wehmütig an den endenden Sommer erinnernd. Doch die lichte Atmosphäre lässt sich auch in den dunkler werdenden Herbsttagen konservieren – gewusst wie und schon fühlen wir uns zurückversetzt in die schönen Stunden im Süden.

 Jeder kennt diesen Augenblick. Am liebsten würde man in diesem Standbild ewig glücklich verharren. Es ist der Augenblick des Sommers. Vielleicht auf einer Terrasse, ein Glas Wein vor sich, lachen mit guten Freunden, ein Blick, der in die Ferne schweift – Sonnenstrahlen, Wärme, Leben. Es ist die Leichtigkeit des Sommers, so kostbar wie flüchtig. Ein Moment zum Festhalten, ein Zwiegespräch der Schönheit – ein Gefühl zum Konservieren.

Raumstimmung schafft Atmosphäre

Tatsächlich lässt sich dieses Gefühl von Sommer, Sonne, Meer – abseits der Jahreszeiten –  in die eigenen vier Wänden zaubern. Wer sich intensiv mit Architektur und Raumgestaltung auseinandersetzt, der kommt an der Beschäftigung mit Atmosphären nicht vorbei. Wie entsteht eine Stimmung, eine Gestimmtheit eines gebauten, inszenierten Raums, die sich direkt dem Bewohner mitteilt?

Atmosphäre wird in dieser Betrachtung zu einer Kategorie der Ästhetik. Bis zum 19. Jahrhundert verstand man unter diesem Begriff vor allem die Lehre von der wahrnehmbaren Schönheit, von Gesetzmäßigkeiten und Harmonie. Wie also lässt sich die Schönheit und Harmonie des kostbaren Sommer-Augenblicks in das fortschreitende Jahr retten?

Inszenierte „Urlaubserinnerungen“

 Natürlich hat Leben in den Bergen mit seinen schroffen Unterschieden der Jahreszeiten seine Vorzüge und Besonderheiten – und dennoch  ist aufgrund des kontrastreichen alpinen Klimas gerade der mediterrane Sommer die Besonderheit, unsere ewige stille Sehnsucht. Dieses mediterrane Urlaubsgefühl wollen wir gerade jetzt sichern und in den Herbst „hinüberretten“. Und in Form von kleinen „Urlaubserinnerungen“ immer wieder abrufen.

 

 Wie bleibt der Sommer zuhause? 7 Anregungen!

  1. Die Macht der Wärme:
    Sommer, das bedeutet Sonne oder die Wärme Kretas spüren und die Sonnenstrahlen auf unserer Haut genießen. Neben einer fantastischen Raumheizung vertreiben warme Materialien die kalte Jahreszeit und verführen uns weiter barfuß wohnen zu wollen. Was sonst noch die Sonne im Herzen belässt? Die kleine, feine Sauna/Dampfbad – nicht im Keller, sondern in unmittelbarer Nähe zu Bad und Schlafzimmer. Das kleine, feine sonnige Plätzchen am Balkon, Garten oder Terrasse, der Platz am Kaminfeuer, das Kerzenlicht und die Windlichter.
  2. Der Blick ins Weite:
    Schaffen wir uns einen Frühstücksplatz mit Blick ins Freie, mit Blick in die Weite; falls nicht möglich, großflächige Bilder in tiefem Blau mit weitläufigen Landschaften, vorzugsweise mit den Farben des Meeres. Dazu gehört auch der Blick auf Pflanzen,  auf das Grün, das Sie entweder im Garten haben, am Balkon oder liebevoll im Innenraum pflegen. Der weite Blick und die Natur lassen uns gut in den Tag starten.
  3. Das herrlichste Bett:
    Ein gemütliches, weiches, im wahrsten Sinne des Wortes Himmelbett vermittelt den Komfort des gesunden Schlafes, vor allem aber das Gefühl völliger Entspanntheit. Feinste Materialien von Bett und Tuch schaffen die wohlige Behaglichkeit eines Sommerurlaubes – im entrümpelten und sinnlich inszenierten Schlafzimmer.
  4. Das schönste Badezimmer:
    Der Komfort eines luxuriösen Badezimmers mit Tropendusche, Licht und Fenster sowie die besondere Qualität der Badehandtücher lassen Urlaubsgefühle wiederaufleben.
  5. Die Kunst der Kulinarik:
    Der schön gedeckte Tisch und das rituelle gemeinsame Essen – rund um einen großzügigen Tisch entsteht ein Kraftplatz. Nehmen wir uns Zeit für die Dekoration von Besteck, Geschirr, Gläsern, Windlichtern, Blumen und Tischwäsche. Jahreszeitenkonform lässt sich der Tisch als Altar gemeinsamer Zeit inszenieren. Geben Sie dem schnellen Essplatz in der Küche eine Auszeit. Das Werktags-Essen wird so zur Festtagszeit.
  6. Der Lieblingsplatz draußen:
    Das lauschige Plätzchen für Sommer- und Wintersonne lockt auf die Terrasse oder den Balkon oder lässt sich vor einem großen Fenster gestalten. Eine Insel abseits jeder Hektik. Mit Beimöbeln und Bequemlichkeiten, die die Zeit anhalten oder endlos erscheinen lassen.
  7. Der Lieblingsplatz drinnen:
    Hier gilt das Gleiche, ein gemütliches Plätzchen für sich alleine oder zu zweit wirkt Wunder, ein wichtiger Rückzugsort von Alltag, Routine und Fernsteuerung. Ein Platz zum Lesen oder um dem ein oder anderen Laster zu frönen, zur richtigen Übung der  Langeweile, für die wertvolle Zeit für sich selbst. Plätze, um bei sich selbst zu sein, die einem das Gefühl geben, der ewigen Rastlosigkeit entrinnen zu können.

 

Überhaupt soll der eigene Wohnraum einen selbst widerspiegeln, um sich darin wieder zu finden. Der individuelle Wohnraum schafft jene Vertrautheit und Ruhe, die Entspannung zulässt –  wie wir es von den Urlaubstagen des Sommers kennen.

 

Möbelmesse Paris- Selbstbewusste Eleganz und die Sehnsucht nach der heilen Welt

Für viele Möbelliebhaber ist es ein zentraler Trendradar im Jahr – die Maison & Objet in Paris zeigte Gegensätze: Struktur und selbstverliebte Dekoration. Nützliches und „Undinge“ selbstbewusst gepaart.  Luxuriös und funktional, radikal dem eigenen Ich zugewandt, die Außenwelt abgrenzend – so entstehen höchst persönliche Illusionen einer heilen Welt. Alles dreht sich um den Bewohner, seine Bequemlichkeit und seine Vorstellung von der Welt, die sich in Farben, Formen, Oberflächen spiegelt.

Letzter Tag, schon nach 18 Uhr, Messeende. Regen und eine bis auf den letzten Zentimeter gefüllte Bahn Richtung „Île de France“. Es raucht der Kopf  von den vielen Eindrücken der mehr als 100.000 Quadratmeter großen Messe. Mein Blick wird monoton und fällt auf eine mir gegenübersitzende ältere Frau. Ihr Blick,  ihre ganze Aufmerksamkeit sind gefangen in einem Smartphone, das sie dicht vor ihrem Gesicht hält und von dessen Hülle „Katzenohren“ aufstehen. Die  physiologischen Züge, das runde Gesicht der Frau, zeugen ganz eindeutig von asiatischer Herkunft und würde sie statt ihrer Handyhülle diese spitzen Plastikohren tragen – zumindest eine Nebenrolle im Musical „Cats“ wäre ohne weitere Maske möglich. Ihr Handy ist zum Spiegelbild, zum Teil der eigenen Identität geworden. Mit den lieb gewonnenen eigenen Zügen wird das nächste, wichtige Ding der eigenen Umgebung „verdekoriert“. 

Gesucht wird das eigene „Ich“ – und damit Vertrauen

Es ist dasselbe Motiv wie die Suche nach der perfekt passenden und eingerichteten Wohnung. Die Sache vom Suchen und Finden von sich selbst und jenen Dingen, die einem selbst ähnlich sind. Das schafft Vertrauen, lässt entspannen und wird durch diese „Entsprechung“ als schön empfunden.

Die Messe dieses Jahres ist Geschichte. Aus und vorbei. Vorbei – das wurde deutlich – ist auch die Zeit der weißen Wände, von kühlem, billigem Design, das Ende von stylischem Tant. Jetzt ist Tapete wieder in. Farben, Muster aus der Pflanzenwelt und scharf geschnittene Ornamente. Ein graphischer Blätter- und Blütenwald. Ganze tropische Wälder finden sich zusammen mit farbigen Papageien oder wilden Affen an die Wand geklebt.

Natur, exotisch oder als finnischer Birkenwald, wird idealisiert und soweit in unsere Räume hereingeholt, als sie uns hilft, unsere Vorstellung einer heilen Welt zu zeigen. Wilde Pferde auf einer endlos weiten, unberührten Landschaft, eine prächtige Baumgruppe, allesamt in schneeweißem Nebelschleier – die Szenerie wird idealisiert, beruhigt und lädt ein, den Blick zu weiten.

Alles wirklich Fremde muss draußen bleiben

Echte, unberechenbare Natur aber – oder eine noch so nachhaltige Unbequemlichkeit – ja alles wirklich Fremde muss jetzt draußen bleiben. Es geht um den Bewohner, einzig darum. Seine Bequemlichkeit und seine Vorstellung von der Welt, die in Farben, Formen, Oberflächen und Strukturen, mit allem Nützlichem und „Undingen“ zum Ausdruck kommt.

Fremde Welten bleiben Dekorationen. Afrikanische Skulpturen, ozeanische Archaik, Dschungelstil und exotische Tiere – dieser üppige Mix zeigt die Vielfalt unserer Welt. Eine Vielfalt an Materialien, Mustern und Strukturen, fein säuberlich farblich abgestimmt mit den Fransen einer witzig-spießigen Schirmleuchte. So bleibt alles Fremde geordnet und kontrolliert, der Zauber der Exotik als Trophäe eines faszinierenden eigenen Ichs – als Meilenstein eines aufregenden Lebensstils – auf dem Glasregal der Retroschrankwand.

Die bunten Farben, wie Grün, Gelb, Blau, aber auch Flamingo-Pink, die an exotische Früchte erinnern, bleiben uns weiterhin erhalten.  Gerade jetzt, im verregneten Paris, holt das satte Gelb einer „Zitronenvase“ das Licht, den Duft und die Erinnerung an gerade diesen Sommer zurück.

Und Asien ist nun wieder angesagt. So präsentiert der trendige Concept-Store „Merci“ ganze Abteilungen mit japanisch anmutender Ware mit diesen zarten, ruhigen und respektvollen Formen und Farben. Besonders hip: japanisches Textil  & Geschirr, selbst Mitarbeiter sind jetzt Japaner.

Warme Farben, luxuriöse Materialität, schlichte Funktion

Die Farben reichen von Pudertönen, Rosé, Gold, Kupfer, Messing – vorwiegend warme Farben, die Gemütlichkeit ausstrahlen. Weniger ist mehr, Zurückhaltung angesagt, dafür wird viel Wert auf luxuriöse Materialität gelegt. Der innere Wert, die Ausstrahlung ergeben sich so oft erst auf den 2. Blick.

Und natürlich noch immer da ist diese funktionale Optik des Maschinenzeitalters: „metallern“ und schwarz. Auf die schlichte Funktion, auf das Einfachste und Billigste reduziert. Dazu passend sehr viel „Used-Optik“, „Shabby Chic“ und überall diese übergroßen, mundgeblasenen Glasbirnen, die wie Käfige Glühdrähte und Birnen umhüllen, die selbst aus den Anfängen des elektrischen Lichtes herrühren.

Immer öfter ist jetzt auch zu sehen, dass die Form klarer, das Material anspruchsvoller wird. Die Dinge stehen selbstbewusst wie nie für sich. Unaufdringlich, anmutig, feinst verarbeitet mit edelsten, echten Materialien. Ohne den geringsten Geruch von „provinzieller Gestrigkeit“. Ohne Prunk und Plüsch. Und im respektvollen Austausch ein wirklich neues Raumgefühl gebend.

„Alpin“ als Mosaik der internationalen Bühne?

Und was ist wirklich ganz neu, was zeigt sich noch verschämt und scheu, wird vielleicht erst zur nächsten Messe erwachsen?  Zum ersten Mal sehe ich Altholz – ist das zu glauben, hier in Paris? Altholz, wie wir es für unsere alpinen Chalets verwenden. Wird gar unser alpiner Stil jetzt Teil dieser internationalen Bühne?

 Die neue Qualität: Aufregend zurückhaltend

Die überfüllte Bahn hat sich geleert. Ich spaziere den Boulevard Saint-Germain Richtung Rue du Bac, dort wo die großen Möbelmarken ihre Schauräume haben. Eine junge Frau steht am Eingang eines „Design Week“-Ladens. Schlank und groß mit langen, glatten Haaren. Ihre Kleidung ist schlicht, unauffällig und erst der zweite Blick verrät die  Qualität großer Marken. Fein und unkapriziös abgestimmt. Eine zurückhaltende, aber selbstbewusste Eleganz an der Grenze zur Sportlichkeit. Groß und schlank, anziehend und aufregend. Genauso haben sich die neuen Innenräume gezeigt. Das ist der Trend.

 

 

Von Hingabe, Handwerk und Haltung – Eine Handwerkstrilogie (Teil1)

Worin liegt der Wert von Handwerkskunst? Ist dieser Hände Arbeit ein stiller Gegenentwurf zur lauten Massenproduktion? Finden wir in ihr Seele statt Schein? Eine Hommage an die „handliche Schönheit“, die auch unser Haus mit seiner über hundertjährigen Geschichte seit jeher begleitet.

Er ist einer der berühmtesten Architekten der Welt. Und wer fundiert dem Wert des Handwerks nachspürt, kommt an ihm nicht vorbei. 2009 erhielt er den Nobelpreis der Architektur, Pritzker-Preisträger Peter Zumthor. Von jeher begeistert der Schweizer mit seinen Entwürfen, seinem Blick für das Wesentliche, der einen klaren Bewusstseinswandel weg von der Ökonomie der Verschwendung dokumentiert. Zumthor legt viel Wert auf das verwendete Material – setzt sich aktiv für die regionale Handwerkskunst ein. Für den Werkraum Bregenzerwald, eine Initiative österreichischer Handwerker, hat er sogar ein eigenes Ausstellungshaus entworfen.

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 Alles ist in mir

In seinem Buch „Atmosphären“ beschreibt er an einer Stelle seine Beobachtungen an einem ganz speziellen Platz – Häuserfronten, Kirche, Monumente, Handwerkskunst, eine perfekte Maßstäblichkeit. Gefühlte Harmonie, die mit dem Platz entsteht und beim Verlassen entschwindet. Und er schreibt: „Ich hätte diese Gefühle so damals nie gehabt, ohne die Atmosphäre des Platzes.“ Ein Beleg für den berühmten englischen Satz, der auf Platon verweist: „Beauty is in the eye of the beholder.“ Das mag heißen: Alles ist in mir. Es gibt eine Wechselwirkung zwischen den Menschen und den Dingen. Eine Hingabe an den Augenblick. Eine Alchemie, die durch handwerkliche Schönheit, räumliche Komposition, regionale Unverwechselbarkeiten beflügelt wird – eine Magie des Wirklichen und des Realen.

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Handwerk vs. Masse, Seele vs. Schein

Vielleicht ruht hier der tatsächliche Wert von Handwerkskunst als stiller Gegenentwurf zur lauten, marktschreierischen Massenproduktion weltweiter Märkte. Hier das tiefe und zum Teil vom Aussterben bedrohte Wissen und Können traditionellen Handwerks, dort überbordender Konsum immer gleicher, zwillingsähnlicher Fließbandprodukte. Handwerk versus Massenprodukt. Seele versus Schein. Haltung und Persönlichkeit eines Individuums versus verordneter Zeitgeist konsumiert im Kollektiv.

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Für mich immer wieder spürbar: Die Qualität eines Handwerksstücks im Raum löst etwas aus, verändert den Raum. Verleiht Regionalität, Nachhaltigkeit, Unverwechselbarkeit, adelt eine Wohnatmosphäre mit Individualität. Das besondere Stück, die Einzigartigkeit, der Luxus, die Kostbarkeit stehen im Kontrast zum Massenprodukt, groß geworden in einer zunehmend achtlosen Wegwerfgesellschaft. Das Handwerksprodukt wird zur dritten Haut, zum Ausdruck der eigenen Persönlichkeit.

Konstruktives Spiegelbild eines Lebensentwurfs

Material, Verarbeitung und Entstehung lassen im besten Fall das Handwerksstück zu einem Teil von uns selbst werden – kein anderes existiert so, Möbel und Bewohner gleichermaßen unverwechselbar und sicher nicht perfekt. So wird mein Raum durch Handwerk individueller und besonderer. Kehren wir der Austauschbarkeit den Rücken. Und übernimmt das Handwerk formale Verantwortung: Zeigt Herkunft und Geschichte. Wird zum konstruktiven Spiegelbild des unmittelbaren Lebensentwurfs.
Verknüpft Geschichten und persönliche Erinnerungen, spezielle Lebensmomente mit eigenen Werthaltungen.handwerkstrilogie-moebel_5

Das Geheimnis des Einzigartigen

Die Schönheit des Handwerks liegt für den britischen Philosophen John Ruskin mehr im Detail, im Ornament als im großen Entwurf. Er spricht von „handlicher Schönheit“. Im Handwerksstück liegt jenes implizierte kulturelle Wissen des Handwerkers, das von Meister zu Lehrling, von Generation zu Generation übertragen und weitergegeben wird. Das nicht offen jedem zugänglich und dokumentiert ist, und damit auch nicht digitalisiert oder von Maschinen übernommen werden kann. Das Geheimnis des Einzigartigen, das Cellinis Goldschmiedewerkstatt oder Stradivaris Geigenmanufaktur adelte. Eine Sehnsucht nach der Schönheit höchster Handwerkskunst, die stets mit dem drohenden, unwiederbringlichen Verlust des stillschweigenden Wissens aufgeladen wird.

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Wetscher Meisterklasse oder die Liebe zum Unikat

In diesem Sinne muss traditionelles Handwerk als immaterielles Kulturerbe jeder Region gelten. Eine Verantwortung, der wir uns immer auch gestellt haben. Wetscher war und ist Teil der Tiroler Identität, mit einer über hundertjährigen Geschichte und Herkunft. Und so sehen wir eine große Herausforderung als Familien- und Handwerksunternehmen heute darin, traditionelle Zillertaler Handwerkskunst ins Hier und Jetzt zu bringen. Und handgefertigte Tischlerunikate aus den Werkstätten mit internationalem Wohndesign perfekt zu kombinieren und zu ergänzen. Dass dies ein sehr erfolgreiches Konzept ist, beweisen Eigenkreationen wie Wetscher Chalet, Wetscher New Classic, Wetscher Landart oder das Wetscher Penthouse. Die Qualität von Wetscher liegt in der Ausbildung seiner Lehrlinge zu hochqualifizierten Fachkräften. Und mit der Wetscher Meisterklasse für Tischlerei und Holztechnik unterstreichen wir Tag für Tag unsere Liebe zum Handwerk. Unser neuester Film liefert Ihnen Einblicke in unsere Tischlerei und in das Handwerk, so wie wir es verstehen:

Postskriptum: Die Fotos für diesen Beitrag entstanden alle im RIVA 1920-Holzmuseum anlässlich eines Mailand-Ausflugs unserer Wetscher Meisterklasse für Tischlerhandwerk & Holztechnik im Mai 2017. Was unsere „jungen Meister“ im Herz der Möbelmetropole so alles erlebt haben, sehen Sie in unserem kleinen Film https://youtu.be/_Pde-SukEvU

Design-Messe im Big Apple – und was man an New York einfach lieben muss

Messingmöbel aus Pennsylvania, massive Holzmöbel aus dem mittleren Westen, ein ganz neues Regalsystem in Teakholz, das ich aus meiner Kindheit von einem skandinavischen Hersteller her kenne – es ist Messezeit in NYC samt „Design Week“. Und schon mal vorab: Neu ist auf den ersten Blick hier erst mal wenig – aber nur auf den ersten Blick wohlgemerkt.

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Zwar hat sich die ICFF, die Internationale Messe für Contemporary Design, zu Nordamerikas führender Messe für Einrichtung der gehobenen Marken entwickelt, kommt aber mit ihren 700 Ausstellern aus 30 Ländern und zahlreichen Events sowie Sonderausstellungen an die Größe der beiden Möbel-Leitmessen in Mailand und Köln noch nicht heran. Die Nase vorne haben die New Yorker scheinbar nur in puncto Feierlaune: Keine Gelegenheit wird für eine Party ausgelassen,  alles wird zu einem Event und einem Happening. Das Leben wird gefeiert – man fühlt sich dort als Mittelpunkt der Welt und ist doch auch irgendwie eine Insel.

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Tradition trifft Zukunft im Big Apple

5th Avenue, kurz vorm Madison Square Park. Poliform, B&B Italia, Minotti – die Showrooms der großen Brands glänzen imperial fast Tür an Tür um die Wette. Wie überall sind es vorwiegend die italienischen Marken, die bestechen, und jenen Zeitgeist einzufangen verstehen, der mit einem Fuß stilistisch tief im letzten Jahrhundert steckt, mit einem anderen aber ein Fenster in die Zukunft öffnet. Dazwischen scheint der Augenblick ein Hier und Jetzt im Lebensgefühl, schmal und kräftig wie ein Blitz so gut getroffen, dass es einem bis unter die Haut knistert.interior-design-messe-new-york_3

Selbstbewusstes Design mit einer Prise alter Heimat

Auf der ICFF, New Yorks aufstrebender Möbelmesse, finden sich manche Wohnsettings auf den ersten Blick „aufgewärmt“. Erst bei näherem Hinsehen entdeckt man Shaker statt Schweden, Manhattan statt Mailand, Urbanität mit Landhaus. interior-design-messe-new-york_4Selbstbewusst, lässig amerikanisch mit einer Prise alter Heimat. Getragen von den kurzen Wurzeln der eigenen Geschichte, von Shaker, Eames und von jenen vielen Künstlern und Kreativen, die hier eine neue Heimat fanden und vor lauter Freude ein Fenster zu einer neuen Zukunft, zu einer besseren Welt aufstießen, ohne die alte Heimat ganz hinter sich zu lassen. Im Unkonventionellen liegt hier Frische und Modernität. Papierwaben als Wandverkleidung, Kunstfelle an Wand und Decke – Hauptsache schön zum Anfassen. Der Trend heißt Haptik, heißt „Anfassbares“ – erschaffen für eine zunehmend unfassbarere, digitale und virtuelle Welt. Erkennbar, ein starker Hang zu einem sinnlich, wahnsinnig femininen, ethno angehauchten Einrichtungsstil. Träumerisch leicht, farblich intensiv und abseits jeder technischen Konstruktion.

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Und es gibt ihn, den Ansatz eines neuen Wohnstils, mitten in Soho neben prominenten Marken wie Artemide, Foscarini, Boffi, de Padova, aber auch Pop-up-Stores von Louis Vuitton und Rebecca Minkoff. Hier hat der amerikanische Leuchten-Hersteller Roll & Hill gerade ein neues Studio eröffnet. Ein leichter Landhausstil in moderner Bausubstanz, zwei bis drei amerikanische Klassiker, etwas Kunst, insgesamt sehr reduziert, aber gekonnt und  selbstbewusst inszeniert.

Dekoration ist das neue Handwerk

Gott gab dem New Yorker seine zwei Hände für Pappbecher und Handy. An und in seinen Ohren klingt Musik oder es wird telefoniert. Jeder scheint in der Masse von Menschen für sich alleine zu sein. Nimmt der New Yorker seine Kopfhörer jedoch einmal ab, ist er der freundlichste und hilfsbereiteste Städter, den ich kenne.

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interior-design-messe-new-york_7Und diesem Städter ist der eigentliche Möbelbau, gutes Handwerk fremd. Die New Yorker sind mehr Dekorateure. New York, die Stadt der wechselnden Identitäten. Weil es alles und jeden noch so kleinen Kulturkreis hier gibt, gilt es, fürs eigene Heim diese Identitäten unter einen Hut zu bringen. Eine Meisterschaft des Sowohl-als-auch. Die Kompetenz des Innenarchitekten liegt in der Dekoration, aus einer schier unüberschaubaren Vielfalt eine ganz neue Einzigartigkeit zu kreieren. Die Herkunft zeigt, Wurzeln bietet und damit eine unverwechselbare Identität schafft.

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Was uns nach New York führt – und was wir am Big Apple lieben…

Abends, Madison Square Park. Es regnet in Strömen. Ein paar Menschen sehen angestrengt durch das Schaufenster eines Möbelladens. Aus dem Augenwinkel nehme ich wahr, beobachtet zu werden. Unsere Blicke treffen sich und gleichzeitig sind wir überrascht und erfreut. Pietro Galimberti, der Senior unserer italienischen Edelpolstermarke Flexform steht vor mir. Sein Neffe Giuliamo, die Exportleute – ein freudig überraschtes Begrüßungsritual. Ich frage gleich, warum er hier ist, welche Läden er sich ansieht, was es Neues gäbe hier in NY. Er kokettiert mit überraschtem Blick, erklärt, er sei nicht wegen der Möbel hier, sondern wegen des Essens und verfällt mit der ganzen Gruppe und uns in schallendes Gelächter. Stil und Geschmack lassen sich in Form von Möbeln, Stoffen und Materialien eben oft leichter exportieren als die gute italienische Küche.

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Mailand. Wie der Vater, so der Sohn.

Möbelmesse in Bella Milano. Wie jedes Jahr ist da vorher dieses Lampenfieber, ein Kribbeln wegen dieses wichtigsten Events im Einrichtungs-Jahreskreis. Viele große Marken, Fabrikanten, Händler- und Verbandskollegen, Designer, Architekten, Trends, Termine, Erwartungen und Ziele.

Eine solche Messe – samt den unzähligen Veranstaltungen in der Stadt – ist natürlich nicht nur Show für produzierte Neuheiten, sondern auch der Treffpunkt der Branche. Jedes Jahr aufs Neue kommt man mit vielen neuen Impulsen, mit Motivation und der Bestätigung nach Hause, im schönsten aller Berufe zu sein.

Und heuer ist es ganz besonders: Mein Sohn Maximilian begleitet mich, ist zum ersten Mal in offizieller Mission mit dabei. Was für eine Freude, was für ein Stress! Vater und Sohn, wir sind ein Team.

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Bei nicht wenigen großen Möbelmarken hatte sein Großvater mit dem Großvater jenes Mannes zu tun, der uns jetzt gegenübersteht. Das schafft Vertrauen. Wir sind als kleines Tiroler Unternehmen hier in Mailand zu einer echten Marke geworden. Jahrzehnte der Zusammenarbeit.

mailand-salone-mobile-2017_4Heute aber geht es um die Trends der Saison, um die Neuheiten und Entwicklungen, ums richtige Erkennen, was von dem so schnell wieder verschwindet wie es gekommen ist und was sich zum echten Stil mausert – was bleibt. Es geht um den Blick fürs Schöne. Und naturgemäß sehen Vater und Sohn diese Stadt, die vielen neuen Farben und Designs aus doch sehr unterschiedlichen Perspektiven. Die Aufgabe besteht darin, den Blick festzuhalten, vieles von dem mitzunehmen nach Hause, gebannt auf Foto und Film – jeder mit seiner eigenen Kamera.

mailand-salone-mobile-2017_1Am Abend sichten wir das Material, bearbeiten erste Bilder. Es ist fast 21 Uhr, wir kommen aus dem Baxter Cinema, dem angesagtesten Ausstellungsevent für Kunden mit „Reinlass-Rauferei“ für Nichtkunden. Von Möbeln ist nicht mehr viel zu sehen. Das fantastisch lange Clubsofa in angesagtem Braun ist jetzt nur mehr mit Publikum abzulichten. Kurz vorher gelingt noch ein schönes Bild vom über dem alles in dieser Stadt formal erhabenen Duomo.

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Wir schneiden die kurzen Videoclips, versenden versprochene Trendbilder. Ist es schon sichtbar, jenes unsichtbare Band, das alle diesjährigen Formen, Farben & Materialien verbindet? Jener gemeinsame Nenner, der Jahre später als eindeutiger Zeitstempel vielem jetzt so hippen anhaften wird? Durchs offene Fenster dringt das Klappern von Besteck und Geschirr, das Lachen und die lauten Gespräche der Barbesucher zu uns herauf. An Essen ist jetzt nur zu denken.
mailand-salone-mobile-2017_2Ich kann kaum glauben, was Max gesehen und mit Fotos und Videos festgehalten hat. Wir waren doch auf derselben Messe. Haben, so dachte ich, Ähnliches betrachtet. Wenn ich die Bilder von Max sehe, ist da aber plötzlich so viel Neues, Jugendliches. Die Kamera ist zum Spiegel der eigenen Wirklichkeit geworden, seiner und meiner. Wir beide lieben Möbel, teilen dieselbe Leidenschaft, haben über große Teile sogar dieselbe Ausbildung. Trotzdem ist der Blick ein anderer, muss ein anderer sein. Es ist der Beginn einer anderen Generation und damit einer neuen Geschichte…

Max und Martin Wetscher’s Trendbericht-Video von der Salone del Mobile 2017 aus Mailand: